2022 Elektra
Holl. Pressung
RSD Release
1st time on vinyl
14 Stücke mehr als die CD
Chicago Ende der 50er Jahre. Muddy Waters, Howlin Wolf und Little Walter waren die Könige der Southside Clubs. Ein zirka 17-jähriger weißer Bursche namens Paul Butterfield mischte sich unter das fast durchweg schwarze Publikum, Mundharmonika in der Tasche und nicht bange zu fragen, ob er mitspielen kann? Muddy und Little Walter nahmen Paul unter die Fittiche und ein paar Jahre später, Anfang der 60er, gründete er seine erste Band - schwarze und weiße Musiker gemischt - gewagt um diese Zeit. Schnell wurde ihr kraftvoller elektrischer Blues zur Sensation auch über die Grenzen von Chicago hinaus.
Die Bosse des elektra labels Jac Holzman und Paul Rothschild bekamen Wind davon und im Winter 1964 nahm die Band 19 Stücke für das Label auf um daraus das Debütalbum zu basteln.
25.000 Vinyl Exemplare wurden gepresst und warteten auf Auslieferung an die Shops. Aber Jsc Holzmann hatte Zweifel, denn die Aufnahmen hatten seiner Meinung nach nicht die Power der live Auftritte. Elektra war bis dahin ein reines Folk Label und man hatte eben nur einen 3- Trsck Recorder und noch nicht die Expertise, um eine laute, elektrische Band aufzunehmen.
Die 25.000 Platten wurden zerstört und Elektra brachte die Paul Butterfield Blues Band nach New York, um 6 Nächte im neu eröffneten Café Au GOgo live mitzuschneiden für das Debüt Album. Laut Holzmann hatte man schließlich nicht mal 3o Sekunden verwertbarer Musik.
Beim dritten Versuch wurde der Band vor den Studioaufnajmen das gesamte Equipment geklaut.
Aber hier geht es um die ersten Aufnahmen, um die 25.000 zerstörten Platten, die Elektra erstmals 1995 als „The Original Lost Elektra Sessions“ auf CD veröffentlichte. 19 Songs elektrisierender Blues (14 mehr auf dem RSD 3-fach Vinyl) und weit mehr als ein Zeitdokument. Was eine Band - Paul Butterfield präsentiert sich als richtig guter Sänger und bläst die Harp wie ein Meister. Jerome Arnold (Bass) und Sam Lay knüpfen einen dichten Rhythmusteppich über dem die beiden Gitarristen Mike Bloomfield (rechter Kanal) und elvin Bishop (linker Kanal) loslegen wie die Feuerwehr. Das Material besteht aus heutzutage teils bekannten und unbekannten bluessongs dieser Zeit und einigen Buzterfield Originalen. Wenig Blues with a feeling, sondern eher knackige uptempl Rocker. Manchmal ist Stimme und Harp zu weit vorne, zu Ungunsten der Gitarren, aber wenn man nur 3 Spuren hat kann man nachher auch nicht viel mischen.
"Dieses live-im-Studio vor Spielfreude nur so berstende Debüt stellt doch vieles in den Schatten, was gleichzeitig in England John Mayall mit seinen Bluesbreakers als hohe Schule des Blues zu bieten hatte. Authentizität wie hier demonstriert lässt sich durch bewunderndes Imitat einfach nicht ersetzen: Butterfield hatte schon als Teenager mit Howlin' Wolf, Little Walter, Magic Sam und anderen Blues-Veteranen musiziert; seine Rhythmusgruppe rekrutierte er schlicht aus Howlin' Wolfs Band; seine Gitarristen entpuppten sich bald als Wunderkinder, die dann - wie Mayalls Zöglinge auch - eigene Wege gingen. Die Remixes und Remaster-Versionen hier nutzten zwar die neuesten Möglichkeiten digitaler Technik, klingen aber erfreulicherweise nicht "modern" aufpoliert. Sondern wie ein authentisches Stück Musikgeschichte!" (Stereo. Review über die CD)